Professorinnenprogramm

Um Frauen in ihrer wissenschaftlichen Karriere zu unterstützen und ihren Anteil an Professuren an deutschen Hochschulen zu steigern, haben Bund und Länder 2007 das Professorinnenprogramm aufgelegt, das bisher in mehreren Phasen und Ausschreibungsrunden die Chancengerechtigkeit im Wissenschaftssystem nachhaltig verbessert hat. Das Professorinnenprogramm ist ein zentrales Instrument, um die Gleichstellung von Frauen und Männern in Hochschulen zu fördern.

Das Programm verfolgt eine Doppelstrategie: Zum einen geht es darum, im Hochschulbereich mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Zum anderen hat das Programm das Ziel, die gleichstellungspolitischen Strukturen an den Hochschulen zu stärken. Für die Bewerbung um die Förderung einer Professur müssen die Hochschulen ein Gleichstellungskonzept zur Begutachtung vorlegen. Erst bei dessen positiver Bewertung können Förderanträge für bis zu drei Professuren gestellt werden.

Insgesamt wurden im Rahmen des Programms bislang 524 Professorinnen berufen. Auch die Verankerung von Gleichstellungsstrukturen an den Hochschulen konnte deutlich verbessert werden. Das Programm hat eine hohe Akzeptanz erreicht, die weit über die 184 in der zweiten Programmphase beteiligten Hochschulen hinausgeht. Bund und Länder haben in diesem Programm in den Jahren 2008 - 2017 300 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Die Mittel werden je zur Hälfte von Bund und Ländern aufgebracht.

Im Jahr 2016 fand eine Evaluation des Programms statt. Die Ergebnisse zeigen, dass der Professorinnenanteil an Hochschulen in Deutschland während der Laufzeit des Professorinnenprogramms stärker angestiegen ist als es nach dem Trend der Vorjahre zu erwarten gewesen wäre. Diese Steigerung geht wesentlich auf die Hochschulen zurück, die sich am Professorinnenprogramm beteiligt haben.

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz hat am 10. November 2017 die Fortführung des Professorinnenprogramms bis 2022 beschlossen. In der dritten Programmphase 2018-2022 werden Bund und Länder für das Professorinnenprogramm insgesamt 200 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

Neben der Fortsetzung der oben beschriebenen und in den ersten beiden Programmphasen bewährten Doppelstrategie beschreitet das Professorinnenprogramm III auch neue Wege im Bereich „Personalentwicklung und -gewinnung auf dem Weg zur Professur“. Bis zu zehn Hochschulen pro Runde können die Förderung einer vierten Professur beantragen, wenn ihre Gleichstellungskonzepte Bestbewertungen im Bereich „Personalentwicklung und -gewinnung auf dem Weg zur Professur“ mit dem Prädikat „Gleichstellung: ausgezeichnet!" erhalten. Mit der Förderung einer vierten Professur erhalten Hochschulen deutliche Anreize, auch die Förderung von jungen Wissenschaftlerinnen voranzutreiben.

 

Zum Herunterladen

Bund-Länder-Vereinbarung gemäß Artikel. 91 b Absatz 1 des Grundgesetzes über die Fortsetzung des Professorinnenprogramms des Bundes und der Länder zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern in Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen (Professorinnenprogramm III) vom 10. November 2017: wird demnächst als PDF-Datei hier zur Verfügung stehen.

Bund-Länder-Vereinbarung über die Fortsetzung des Professorinnenprogramms des Bundes und der Länder zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern in Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen (Professorinnenprogramm II) vom 29. Juni 2012 PDF-Datei

Bund-Länder-Vereinbarung über das Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern in Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen vom 10. März 2008 PDF-Datei