Die Exzellenzstrategie

Am 16. Juni 2016 haben die Regierungschefinnen und Regierungschefs von Bund und Ländern auf Vorschlag der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) das Programm zur Förderung der Spitzenforschung an Universitäten – „Exzellenzstrategie“ beschlossen.

Mit dem am 16. Juni 2016 von den Regierungschefinnen und Regierungschefs von Bund und Ländern beschlossenen Förderprogramm, das im Sinne des geänderten Artikel 91 b GG auf Dauer angelegt ist, soll die universitäre Spitzenforschung weiter verstärkt werden. Antragsteller und Empfänger der Fördermittel sind Universitäten bzw. Universitätsverbünde. Die Begutachtungs- und Auswahlverfahren sind wissenschaftsgeleitet und werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Wissenschaftsrat gemeinsam durchgeführt.

 

Wesentliche Kernpunkte des Programms sind:

  • Das Programm zur Förderung von Spitzenforschung an Universitäten wird auf unbestimmte Zeit geschlossen. Das Gesamtprogramm ist zunächst mit jährlich insgesamt 533 Millionen Euro dotiert. Die Mittel für die Förderung tragen der Bund und das jeweilige Sitzland der einzelnen Universitäten im Verhältnis 75:25.
  • Die gemeinsame Förderung umfasst die wissenschaftsbezogenen Aktivitäten der erfolgreichen Universitäten und ihrer Kooperationspartner in Fällen überregionaler Bedeutung in den Förderlinien:
    a. Exzellenzcluster: Mit diesem Instrument werden international wettbewerbsfähige Forschungsfelder an Universitäten bzw. Universitätsverbünden projektbezogen gefördert. Für Exzellenzcluster werden rund 385 Millionen Euro Fördermittel pro Jahr zur Verfügung gestellt. Es werden für 45 bis 50 Förderfälle Mittel zwischen jeweils drei bis zehn Millionen Euro pro Exzellenzcluster jährlich veranschlagt. Die Förderlaufzeit beträgt grundsätzlich zweimal sieben Jahre; Neuanträge sind möglich. Sie können auch im selben thematischen Forschungsfeld angesiedelt sein. Neu- und Fortsetzungsanträge werden in Panels begutachtet und vergleichend bewertet, über sie wird jeweils gemeinsam entschieden.
    b. Universitäten mit Exzellenzcluster/n können eine Universitätspauschale als Strategiezuschlag zur Stärkung ihrer Governance und strategischen Ausrichtung beantragen. Sie beträgt pro Exzellenzcluster jährlich eine Million Euro. Hat eine Universität mehrere Exzellenzcluster, beträgt die Universitätspauschale beim zweiten Exzellenzcluster 750.000 Euro und für jedes weitere Cluster 500.000 Euro. Im Falle einer Förderung als Exzellenzuniversität gilt die Universitätspauschale als abgegolten und entfällt.
    c. Exzellenzuniversitäten: Diese Förderlinie dient der dauerhaften Stärkung der Universitäten als Institution bzw. einem Verbund von Universitäten und dem Ausbau ihrer internationalen Spitzenstellung in der Forschung auf Basis erfolgreicher Exzellenzcluster.
    Die Förderung als Exzellenzuniversität setzt die Bewilligung von mindestens zwei Exzellenzclustern an derselben Universität, bei Verbünden mindestens drei Exzellenzclustern, voraus. Im Rahmen eines schlanken, wissenschaftsgeleiteten Auswahlverfahrens sind bisherige exzellente Forschungsleistungen und ein strategisches, institutionenbezogenes Gesamtkonzept maßgebliche Bewertungskriterien.
    Exzellenzuniversitäten werden regelmäßig alle sieben Jahre einer unabhängigen und externen Evaluation unterzogen, die einen selektiven Charakter hat. Nur für Universitäten bzw. Universitätsverbünde, die das Förderziel des Ausbaus ihrer internationalen Spitzenstellung in der Forschung erreicht und den Nachweis herausragender wissenschaftlicher Leistungen im internationalen Maßstab erbracht haben, gelten die Voraussetzungen einer gemeinsamen Förderung als weiterhin erfüllt und wird die Förderung fortgesetzt. Außerdem müssen die Exzellenzuniversitäten regelmäßig alle sieben Jahre im Wettbewerb mit Neuanträgen die notwendigen zwei bzw. bei Verbünden drei Exzellenzcluster erfolgreich neu einwerben. Angesichts dieses dynamischen, von strengem wissenschaftlichem Wettbewerb geleiteten Verfahrens sind auch in Zukunft Neuausschreibungen für Exzellenzuniversitäten zu erwarten.
    In der ersten Ausschreibungsrunde werden für die Förderung von elf Exzellenzuniversitäten bzw. Universitätsverbünden jährliche Mittel von rd. 148 Mio. Euro vorgesehen. Dabei werden antragsabhängige Förderhöhen zwischen jährlich 10 bis 15 Mio. Euro, bei Verbünden bis zu 28 Mio. Euro, veranschlagt. Falls nach der ersten Evaluation in 2025 weniger als vier Exzellenzuniversitäten bzw. Universitätsverbünde aus der dauerhaften gemeinsamen Förderung ausscheiden, wird durch die einmalige Erhöhung der Zahl der Förderfälle sichergestellt, dass bei Erfolg im wettbewerblichen Verfahren vier neue Exzellenzuniversitäten bzw. Universitätsverbünde in die Förderung aufgenommen werden. Gegebenenfalls sind dafür zusätzliche Mittel zur Verfügung zu stellen.
  • In beiden Förderlinien können auch Maßnahmen im Bereich der forschungsorientierten Lehre, der Forschungsinfrastrukturen oder des Ideen- und Wissenstransfers gefördert werden, wenn damit das Ziel der Spitzenforschung unterstützt wird.
  • Das Thema Geschlechtergerechtigkeit ist in dem Programm fest verankert: In beiden Förderlinien ist eine Stärken-Schwächen-Analyse Bewertungsgrundlage, die u.a. Aussagen zur Förderung der Chancengleichheit in der Wissenschaft beinhalten muss.
  • Graduiertenschulen, Exzellenzcluster und Zukunftskonzepte, die auf Basis der Exzellenzvereinbarung II gefördert werden, erhalten ab dem 1. November 2017 eine auf höchstens 24 Monate begrenzte Überbrückungsfinanzierung, die zugleich ihre mögliche Auslauffinanzierung ist.

 

 

Zum Herunterladen

 

Die Bund-Länder-Vereinbarung zur Förderung von Spitzenforschung an Universitäten – „Exzellenzstrategie“ vom 16. Juni 2016 PDF-Datei

Grundsatzbeschluss der Regierungschefinnen und Regierungschefs von Bund und Ländern für eine neue Bund-Länder-Initiative (Nachfolge Exzellenz-Initiative) vom 11. Dezember 2014 PDF-Datei

Mitglieder des Expertengremiums für die Exzellenzstrategie zur Förderung universitärer Spitzenforschung PDF-Datei