Hochschulpakt 2020

Mit der ersten Säule des Hochschulpaktes 2020, dem Programm zur Aufnahme zusätzlicher Studienanfänger, stellen Bund und Länder sicher, dass auch bei steigenden Studienanfängerzahlen alle Studierwilligen ein Hochschulstudium aufnehmen können. Vor allem durch die Einstellung zusätzlichen Personals soll den Hochschulen ermöglicht werden, in den Jahren 2011 bis 2015 bis zu 623.787 mehr Studienanfänger im ersten Hochschulsemester als im Jahr 2005 aufzunehmen. Diese Zahl der erwarteten Studienanfänger entspricht einer Prognose der Kultusministerkonferenz aus dem Jahr 2012.

Beim Ausbau der Hochschulen sollen besonders der Fachhochschulbereich sowie die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) mehr Studienanfänger aufnehmen. Eine hohe Qualität des Studiums soll gewährleistet sein.

Bund und Länder stellen pro zusätzlichen Studienanfänger der zweiten Phase pauschal 26.000 Euro bereit. Der Bund beteiligt sich mit 13.000 Euro pro zusätzlichen Studienanfänger an den zur Zielerreichung erforderlichen Maßnahmen. Die Länder schaffen die notwendigen zusätzlichen Ausbildungskapazitäten an den Hochschulen und gewährleisten den Studierenden ein qualitativ hochwertiges Hochschulstudium. Damit stellen die einzelnen Länder die Gesamtfinanzierung sicher und erbringen verbindlich finanzielle Leistungen, die denen des Bundes vergleichbar sind. Die bereits erbrachten und geplanten künftigen finanziellen Leistungen des Bundes und der Länder über die Gesamtlaufzeit werden in einer länderspezifischen Tabelle ausgewiesen, die jährlich fortgeschrieben und im Rahmen der Berichterstattung veröffentlicht wird.

Die Stadtstaaten und die ostdeutschen Länder erhalten aufgrund ihrer besonderen Ausgangslage Pauschalzahlungen des Bundes, für die sie keine eigenen Mittel bereitstellen müssen. Auch haben die Länder untereinander einen Solidarmechanismus etabliert, in dem die westdeutschen Länder zugunsten der neuen Länder und Stadtstaaten auf einen Teil der ihnen zustehenden Bundesmittel verzichten, um dort Ausbildungsstrukturen zu erlauben, die ansonsten an anderen Orten neu errichten werden müssten.

Den Stadtstaaten und den ostdeutschen Ländern kommt aufgrund ihrer besonderen Ausgangslage ein Solidarmechanismus zugute. Die Stadtstaaten bilden traditionell deutlich über ihren eigenen Bedarf hinaus aus und nehmen überproportional viele Studienanfänger aus anderen Ländern auf. Für die ostdeutschen Länder wurde aufgrund der demografischen Entwicklung mit einem Rückgang der Studienanfängerzahlen gerechnet. Die westdeutschen Länder verzichten zugunsten der Stadtstaaten und ostdeutschen Länder auf einen Teil der ihnen zustehenden Bundesmittel. Dieser Länder verpflichten sich im Gegenzug, ihre Studienplatzkapazitäten auf dem Niveau des Jahres 2005 zu halten. Sie nehmen dadurch einen Teil der Schulabsolventen aus den westdeutschen Ländern an ihren Hochschulen auf und entlasten diese damit.

Der Hochschulpakt ist ein großer Erfolg. Aus den jährlichen Umsetzungsberichten der GWK geht hervor, dass im letzten Berichtsjahr 2012 rund 37 % mehr Studienanfänger aufgenommen werden konnten als noch im Ausgangsjahr 2005. In 2013 und 2014 waren es jeweils rund 40 %. Seit Beginn des Hochschulpaktes wurden bis zum Berichtsjahr 2012 insgesamt mehr als 470.00 zusätzliche Studienanfänger aufgenommen, bis 2014 waren es mehr als 750.000.

Insgesamt stellen Bund und Länder für die Studienanfänger der ersten beiden Programmphasen gemeinsam mehr als 19 Mrd. Euro bereit, von denen knapp über 10 Mrd. vom Bund stammen und rund 9 Mrd. von den Ländern. Bund und Länder haben den Hochschulpakt bis zum Jahr 2020 beschlossen. Eine erste Programmphase lief von 2007 bis 2010. Die momentan laufende zweite Programmphase deckt die Jahre 2011 bis 2015 ab.

Am 11. Dezember 2014 haben die Regierungschefinnen und –chefs von Bund und Ländern die Weiterentwicklung des Hochschulpakts beschlossen. Bis zum Jahr 2020 sollen über die bestehenden Vereinbarungen hinaus weitere 760.000 zusätzliche Studienanfängerinnen und –anfänger aufgenommen werden. Bund und Länder stellen dafür weitere mehr als 19 Mrd. Euro bereit, davon 9,9 Mrd. Euro der Bund und 9,4 Mrd. Euro die Länder. Der Hochschulpakt finanziert künftig auch gezielt Maßnahmen, die mehr Studierende zu einem erfolgreichen Abschluss führen. Ein ausdrückliches Ziel ist es auch, mehr beruflich Qualifizierten den Weg in die Hochschulen zu eröffnen.

Die von den Regierungschefinnen und Regierungschefs von Bund und Ländern am 11. Dezember 2014 beschlossene Weiterentwicklung des Hochschulpakts 2020 ist nunmehr in Kraft getreten. Die entsprechende, den Zeitraum vom 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2023 umfassende Verwaltungsvereinbarung zum Hochschulpakt III steht weiter unten zum Download bereit.

Programmpauschalen

Mit den Programmpauschalen erhalten die von der DFG geförderten Forschungsvorhaben derzeit 20 Prozent ihres jeweiligen Projektbudgets zusätzlich als "Overhead" zur flexiblen Deckung indirekter Projektkosten. Für diese Programmpauschalen als zweite Säule des Hochschulpakts bringt der Bund die notwendigen Mittel bis Ende 2015 allein auf. Ab 2016 wird die Programmpauschale für Neubewilligungen auf 22 Prozent erhöht. Diesen Aufwuchs finanzieren die Länder bis 2020 mit knapp 125 Mio. Euro. Der Bund stellt für die Programmpauschalen im selben Zeitraum 2,049 Mrd. Euro zur Verfügung. Den Hochschulen stehen somit in den Jahren 2007 bis 2020 knapp 4,5 Mrd. Euro zusätzlich zur Verfügung.

Qualitätspakt Lehre

Als dritte Säule des Hochschulpakts trägt der von den Regierungschefs von Bund und Ländern im Juni 2010 beschlossene Qualitätspakt Lehre zur Verbesserung der Studienbedingungen und der Lehrqualität bei. Der Bund stellt hierfür bis 2020 rd. 2 Milliarden Euro bereit. Die Länder stellen die Gesamtfinanzierung sicher. Gegenwärtig werden 186 Hochschulen aus allen 16 Ländern gefördert, um zusätzliches Personal für die Lehre einzustellen und zu qualifizieren sowie innovative Studienmodelle und unterstützende Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Lehrqualität umzusetzen. Nähere Informationen

 

Zum Herunterladen:

Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern gemäß Artikel 91b Abs. 1 Nr. 2 des Grundgesetzes über den Hochschulpakt 2020 (Hochschulpakt III): PDF-Datei

Beschluss der Regierungschefinnen und Regierungschefs von Bund und Ländern vom 11. Dezember 2014 zum Hochschulpakt III: PDF-Datei

Bericht der DFG über die Erfahrungen mit der Gewährung der Programmpauschale in der zweiten Programmphase; der GWK am 30. Oktober 2013 vorgelegt PDF-Datei

GWK-Heft 43: Hochschulpakt 2020 - Bericht zur Umsetzung im Jahr 2013 PDF-Datei

GWK-Heft 39: Hochschulpakt 2020 - Bericht zur Umsetzung im Jahr 2012 PDF-Datei

GWK-Heft 32: Hochschulpakt 2020 - Bericht zur Umsetzung im Jahr 2011 PDF-Datei

GWK-Heft 27: Hochschulpakt 2020 - Bericht zur Umsetzung im Jahr 2010 PDF-Datei

GWK-Heft 20: Hochschulpakt 2020 - Bericht zur Umsetzung im Jahr 2009 PDF-Datei

GWK-Heft 11: Hochschulpakt 2020 - Bericht zur Umsetzung im Jahr 2008 PDF-Datei

Aktualisierte Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern über den Hochschulpakt 2020, zweite Programmphase, zuletzt geändert durch Beschluss der Regierungschefinnen und Regierungschefs von Bund und Ländern vom 13. Juni 2013: PDF-Datei

Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern über ein gemeinsames Programm für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre (Dritte Säule des Hochschulpakts) PDF-Datei

Richtlinien des BMBF zur Umsetzung des gemeinsamen Programms des Bundes und der Länder für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre vom 10. November 2010 (Förderbekanntmachung) PDF-Datei

Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern über den Hochschulpakt 2020 vom 24. Juni 2009 PDF-Datei

Beschluss der Regierungschefs von Bund und Ländern vom 4. Juni 2009PDF-Datei

Bericht der DFG über die Erfahrungen mit der Gewährung von Programmpauschalen; der GWK am 26. Januar 2009 vorgelegt PDF-Datei

Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern über den Hochschulpakt 2020 vom 5. September 2007 PDF-Datei