Pakt für Forschung und Innovation

Bund und Länder haben 2005 den Pakt für Forschung und Innovation (PFI) geschlossen und seitdem mehrfach fortgeschrieben, um die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems durch eine bessere Ausschöpfung der vorhandenen Potenziale zu stärken. Er gilt für die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die vier großen Organisationen der außeruniversitären Forschung: Fraunhofer-Gesellschaft (FhG), Helmholtz-Gemeinschaft (HGF), Leibniz-Gemeinschaft (WGL) und Max-Planck-Gesellschaft (MPG).

Neue Ziele für das Wissenschaftssystem: Fortschreibung des Pakts für Forschung und Innovation
 
Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat 3. Mai 2019 die Fortschreibung des Pakts für Forschung und Innovation in den Jahren 2021 bis 2030 auf den Weg gebracht. Damit setzen Bund und Länder ein klares Signal für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wissenschaft und verbindliche Rahmenbedingungen für Forschung und Innovation in Deutschland.

Die vierte Fortschreibung des erstmalig 2005 beschlossenen Pakts für Forschung und Innovation sieht eine jährliche Steigerung der Zuwendungen an die Wissenschaftsorganisationen in den Jahren 2021 bis 2030 um drei Prozent vor. Der Pakt für Forschung und Innovation IV sorgt damit für ein stabiles Wachstum und eine positive Entwicklung der Wissenschaftsorganisationen.
 
Auf Grundlage folgender forschungspolitischer Ziele haben Bund und Länder mit den Wissenschaftsorganisationen erstmalig Zielvereinbarungen für die jeweilige organisationsspezifische Umsetzung vereinbart: 

1. Dynamische Entwicklung fördern

Forschung bewegt sich an den Grenzen des Wissens und bisweilen an den Grenzen des Machbaren und ist im positiven Sinne mit Risiken verbunden. Die Wissenschaftsorganisationen werden für das Aufgreifen risikoreicher Forschung Freiräume schaffen und passende Instrumente stärken bzw. neu entwickeln.

2. Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft stärken

Ein leistungsfähiges Wissenschaftssystem bildet den Nährboden für Innovationen und stellt Handlungs- und Entscheidungswissen für die Bewältigung großer gesellschaftlicher Herausforderungen bereit. Die Wissenschaftsorganisationen werden dem Transfer und der Nutzbarmachung von Ideen, Forschungsergebnissen und Wissen durch intensiven Austausch mit Wirtschaft, Gesellschaft und Politik einen zentralen Stellenwert einräumen.

3. Vernetzung vertiefen

Die Wissenschaftsorganisationen werden sich untereinander sowie mit Hochschulen und Unternehmen intensiver vernetzen und gemeinsam mit Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und weiteren Partnern u.a. mit der Etablierung von integrierten, regionalen Campus-Strategien einen wesentlichen Schritt in der Entwicklung der Zusammenarbeit aller relevanten Partner vor Ort gehen. 

4. Die besten Köpfe gewinnen und halten

Attraktive Bedingungen über die gesamte wissenschaftliche Laufbahn bieten zu können, erfordert umfassende und zeitgemäße Konzepte der Personalpolitik, der Personalgewinnung und der Personalentwicklung. Die Organisationen werden Entwicklungspfade für den wissenschaftlichen Nachwuchs anbieten, auch zu Berufsfeldern außerhalb der Wissenschaft. Die Erhöhung der Repräsentanz von Frauen im Wissenschaftssystem, insbesondere in Führungspositionen, ist eine Daueraufgabe.

5. Infrastrukturen für die Forschung stärken

Die strategische Planung und nachhaltige Finanzierung von Infrastrukturen (Bau und Betrieb), deren Öffnung für die Nutzung über die eigene Einrichtung hinaus sowie professionelles Management sind konstitutive Elemente der langfristigen Entwicklung von Forschungseinrichtungen. Die Bedarfe von Hochschulen und ihr wissenschaftlicher Input sollen dabei künftig besondere Berücksichtigung finden. Um eine datengetriebene Wissenschaft zu ermöglichen, wird ein integriertes Forschungsdatenmanagement – auch durch eine aktive Beteiligung an der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur – ausgebaut.

Bund und Länder stellen den Forschungseinrichtungen von 2021 bis 2030 allein durch den jährlichen Aufwuchs insgesamt zusätzlich rund 17 Mrd. Euro zur Verfügung. Unter Nutzung der entstehenden Flexibilität und Planungssicherheit werden die Wissenschaftsorganisationen entscheidend zur Spitzenstellung der deutschen Wissenschaft beitragen.

Die Organisationen werden ein wissenschaftsadäquates Controlling durchführen und der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz regelmäßig die Erreichung der Ziele nachvollziehbar und anhand aussagekräftiger Indikatoren darlegen. Die GWK überprüft in einem jährlichen Monitoring-Bericht, die erzielten Fortschritte und bewertet sie. Die Monitoring-Berichte werden veröffentlicht. 

Weitere Informationen zum Pakt befinden sich auf den Internetseiten der beteiligten Wissenschaftsorganisationen:

https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/pakt-fuer-forschung-und-innovation

https://www.helmholtz.de/ueber_uns/die_gemeinschaft/pakt_fuer_forschung_und_innovation

https://www.mpg.de/11772450/pakt-fuer-forschung-und-innovation

https://www.fraunhofer.de

http://www.dfg.de

Zum Herunterladen:

Pakt für Forschung und Innovation – Fortschreibung 2021 – 2010 (PFI IV): Pressemitteilung der GWK vom 5. Mai 2019: PDF-Datei

Der Pakt für Forschung und Innovation IV wird nach dem 6. Juni 2019 hier online abrufbar sein.

Pakt für Forschung und Innovation – Fortschreibung 2016–2020 (PFI III): PDF-Datei

Pakt für Forschung und Innovation - Fortschreibung 2011-2015 (PFI II): PDF-Datei

Beschluss der Regierungschefs von Bund und Ländern vom 4. Juni 2009 (PFI II): PDF-Datei

Pakt für Forschung und Innovation: PDF-Datei

 

Monitoringberichte:

Materialien der GWK, Heft 58: Monitoring-Bericht 2018, Bonn 2018, ISBN 978-3-942342-48-3: PDF-Datei

Materialien der GWK, Heft 52: Monitoring-Bericht 2017, Bonn 2017, ISBN 978-3-942342-42-1: PDF-Datei

Materialien der GWK, Heft 47: Monitoring-Bericht 2016, Bonn 2016, ISBN 978-3-942342-36-0: PDF-Datei

Weitere Monitoring-Berichte aus den Jahren 2007 bis 2015 finden Sie hier.

 

Informationsbroschüre „Pakt für Forschung und Innovation ::kompakt::“: PDF-Datei