Informationsinfrastrukturen

Die fortschreitende Digitalisierung weitet die Menge der von der Wissenschaft generierten Daten stark aus. Ein erfolgreicher Umgang mit diesen Daten, also deren Sicherung, Ordnung und Verarbeitung und insbesondere auch ihre Bereitstellung für eine wissenschaftliche Nachnutzung, setzt funktionierende Infrastrukturen wie etwa Archive, Bibliotheken, (Daten-) Sammlungen oder Fachinformationszentren voraus. Die Herausforderungen der kommenden Jahre, vor denen diese sogenannten Informationsinfrastrukturen stehen, lassen sich beispielsweise mit den Stichworten Hosting, Langzeitarchivierung, Retrodigitalisierung, Qualitätssicherung und Bereitstellung von Forschungsdaten, Lizenzierung und Umgang mit virtuellen Forschungsumgebungen umschreiben.

Die digitale Informationsversorgung der Wissenschaft unterliegt einer höchst dynamischen Entwicklung. Um die vorhandenen vielfältigen Aktivitäten zu ihrer Weiterentwicklung besser untereinander und auf die Bedarfe der Wissenschaft abzustimmen sowie sie miteinander zu verzahnen, hat die GWK im November 2013 die Einrichtung eines Rats für Informationsinfrastrukturen (RfII) als vierjähriges Pilotprojekt beschlossen. Sie folgte damit einer Empfehlung des Wissenschaftsrates aus dem Jahr 2012, der eine koordinierte Weiterentwicklung des Infrastrukturaufbaus als dringend notwendig erachtete. Der Rat hat sich im November 2014 konstituiert. Im November 2017 hat die GWK die Fortsetzung der Arbeit des Rats für eine weitere Amtsperiode von vier Jahren beschlossen. Die Finanzierung des Rates erfolgt gemeinsam durch Bund und Länder, die Geschäftsstelle des Rats ist an der Universität Göttingen angesiedelt.

Als übergreifendes Gremium vertritt der Rat keine spezifische Institution, sondern berät Wissenschaft wie Politik gleichermaßen in Fragen der Weiterentwicklung der Informationsinfrastrukturen. Dem 24-köpfigen Gremium gehören sowohl Nutzerinnen/Nutzer und Betreiberinnen/Betreiber von wissenschaftlichen Informationsinfrastrukturen als auch öffentliche Zuwendungsgeber und Personen des öffentlichen Lebens an. Die Zusammensetzung des Gremiums finden Sie hier: Mitglieder des Rats für Informationsinfrastrukturen.

Der Rat widmet sich auf der Systemebene den strategischen Zukunftsfragen des digitalen Wandels in der Wissenschaft. Er soll die Selbstorganisationsprozesse in der Wissenschaft stärken, Kooperationsmöglichkeiten ausloten und neue Handlungsfelder identifizieren. Im Mai 2016 hat der Rat der GWK ein Positionspapier mit dem Titel „Leistung aus Vielfalt“ übergeben, mit dem er einen detaillierten Überblick über den aktuellen Stand des Forschungsdatenmanagements in Deutschland gibt. Er spricht sich darin für die Gründung einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) aus, die der Wissenschaft eine Grundversorgung an Speichermöglichkeiten und Dienstleistungen für die Nachnutzung der Daten anbieten soll. Dabei soll die NFDI orientiert an den wissenschaftlichen Bedarfen die Fragmentierung der bestehenden Infrastrukturlandschaft überwinden, Standards und Methoden vereinheitlichen und die Langzeitverfügbarkeit von Daten sicherstellen. Dies hat der Rat in dem Diskussionspapier „Schritt für Schritt – oder: Was bringt wer mit?“ im April 2017 weiter ausgeführt. Bund und Länder beraten derzeit über die mögliche Ausgestaltung und Finanzierung einer solchen Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI).

Die Empfehlungen des Rats finden Sie hier: Empfehlungen und Positionen des Rats für Informationsinfrastrukturen.