Internationalisierung des deutschen Wissenschaftssystems

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz befasst sich seit Beginn ihres Bestehens sowohl mit der Steigerung der internationalen Sichtbarkeit und der globalen Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschaftsstandorts Deutschland als auch der Internationalisierung des deutschen Wissenschaftssystems als Ganzes.

Den Entwicklungen auf europäischer Ebene mit den Bestrebungen zur Schaffung eines gemeinsamen Forschungs- und Hochschulraums kommt dabei eine herausgehobene Bedeutung zu. Auch wenn die formellen Abstimmungsmechanismen zwischen Bund und Ländern in europäischen und internationalen Angelegenheiten in anderen Zusammenhängen als denen der GWK erfolgen, ist die europäische und internationale Dimension von Wissenschaft und Forschung fest in der GWK verankert.

Im Hochschulbereich sieht die GWK die Internationalisierung der Hochschulen als zentralen Baustein der institutionellen Profilentwicklung und als wesentliches Instrument der Qualitätsentwicklung an deutschen Hochschulen. Zur Unterstützung des Internationalisierungsprozesses haben sich die Wissenschaftsminister und -ministerinnen von Bund und Ländern bereits in der GWK-Sitzung am 12. April 2013 auf eine Strategie für die Internationalisierung der Hochschulen in Deutschland verständigt. Das entsprechende Strategiepapier ist hier abrufbar: PDF-Datei

Europäische Zusammenhänge werden regelmäßig in von der GWK behandelten Themenbereichen aufgegriffen. So wird z.B. der jährliche Bericht zur Steigerung des Anteils der FuE-Ausgaben auf 3 % am nationalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) von der GWK erstellt. Er fußt auf der Strategie Europa 2020, die als eines ihrer zentralen Teilziele anstrebt, den Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 3 % des EU-weiten BIP zu steigern.
Auch die 20. Fortschreibung des Datenmaterials (2014/2015) zu Frauen in Hochschulen und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen behandelt europäische Zusammenhänge: In einer Sonderauswertung zur Gleichstellung in Wissenschaft und Forschung in Europa werden aktuelle statistische Indikatoren zum Geschlechterverhältnis in der Wissenschaft in ausgewählten europäischen Staaten analysiert und die Stellung Deutschlands im europäischen Vergleich untersucht.
Regelmäßig Ausführungen zum Erfolg der großen Forschungsorganisationen im europäischen Wettbewerb enthalten die Monitoringberichte zum Pakt für Forschung und Innovation.

Schließlich sind die aktuellen europäischen Entwicklungen in Wissenschaft und Forschung Gegenstand der regelmäßigen Beratungen im Arbeitskreis Europa der GWK. In diesem beraten die Fachressorts von Bund und Ländern unter anderem über konkrete Entwicklungen, wie z.B. die forschungspolitischen Dimensionen im Zuge der Weiterentwicklung des Europäischen Forschungsraums zur Ermöglichung von Freizügigkeit für Forscherinnen und Forscher und zum freien Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse und Technologien.